borrowed memories



eitempera auf leinwand,  2010   jeweils 50cmx50cm 
new york - berlin







































































"BORROWED MEMORIES"

der anfang der geschichte

2002 reist mein freund und musikcompanero helmutHEYerler für drei wochen nach new york, um einen neurotischen kater in einem kakerlakenverseuchten einzimmer- appartment zu betreuen. in new york kauft er sich eine digitalkamera: in dieser zeit ein noch sehr junges und unbekanntes medium mit dem wir wenig vertraut sind.

die fotos

die kamera wird zu seiner ständigen begleitung auf den täglichen streifzügen durch die fremde großstadt. dabei entsteht eine eigentümlich - eindringliche fotoserie von ca 1000 bildern. im grunde handelt es sich dabei um scheinbar zufällig entstandene schnapp schüsse aus dem alltäglichen strassenbild: menschen in der u-bahn, auf der straße, unbedeutende details, aus fahrenden zügen und schiffen fotografiert, beim laufen oder in öffentlichen innenräumen. in ihrer gesamtheit dokumentiert die serie allerdings auf eine sehr intensive art das allein- und einsam-sein des betrachters in einer fremden welt.
die bilder

zurück in berlin übergibt er mir kamera und bilder mit einem für mich in der luft stehenden: ''mach was draus!''. von anfang an fasziniert mich die eigentümliche intensität dieser aufnahmen. die idee einer übersetzung der fotos in gemalte bilder entsteht. es dauert allerdings mehr als fünf jahre bis ich das projekt in angriff nehmen kann. aber von anfang an interessiert mich die suche nach einem weg, der von der digitalen in die analoge welt zurückführt. das heißt, die digitalen schnappschüsse sowohl als einzelbild, als auch in der zusammenschau als ganzes, adäquat in malerei zu übersetzen.
dabei geht es vor allem darum, die seele der digitalen bilderserie in eine gemalte zu übertragen. die auswahl aus dem digitalen erinnerungskonvolut erfolgt nach dem prinzip ein bild gibt das nächste. den zusammenhang bildet zunächst die formale gleichbehandlung der einzelnen motive.
im lauf der arbeit werden die erinnerungsstücke meines freundes immer mehr für meine eigene geschichte okkupiert. sie lösen sich von dem ihnen eigentlich innewohnenden erinnerungsinhalt ab. die für mich scheinbare erinnerung wird zu meiner scheinbar wirklichen erinnerung. über eine fremde geschichte wird die eigene erzählt.
***

''Und ich fragte mich, ob eine Erinnerung etwas ist, das man hat, oder etwas, das man verloren hat.''
(Woody Allen)






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